Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzt Wildtieren im Raum Zürich stark zu. Junge Mauersegler und Turmfalken fallen aus den brütend heissen Nestern. Deshalb brauchen sie dringend Hilfe.

Der aktuelle Sommer bringt nicht nur Menschen ins Schwitzen. Auch Wildtiere im Raum Zürich kämpfen mit den hohen Temperaturen und der ausbleibenden Feuchtigkeit. Besonders betroffen sind junge Vögel. Denn sie halten der Hitze unter den Dachziegeln nicht mehr stand. Das berichtet der Kanton Zürich.
Massiv gelitten haben in den vergangenen Wochen die noch nicht flugfähigen Mauersegler. Die Vögel versuchen, der Hitze in ihren Nestern auszuweichen. Dabei gelangen sie ins Freie und stürzen zu Boden. Ausserhalb des Nestes füttern die Eltern ihre Jungen aber nicht mehr. Folglich wäre den Küken ohne menschliche Hilfe der Tod gewiss.
Mauersegler in Zürich gehören in die Pflegestation
Silvia Volpi von der Pflegestation für Alpen- und Mauersegler in Rümlang kümmerte sich zuletzt um mehr Jungvögel als in anderen Jahren. Sie rät dezidiert davon ab, einen gefundenen Vogel selber zu betreuen. Stattdessen solle man ihn direkt zur nächsten Vogelpflegestation bringen. Dabei eignet sich eine Schachtel mit WC-Papier am Boden und Löchern im Deckel.
«Mauersegler sind keine Singvögel. Man sollte sie nie ins Gebüsch setzen», betont Volpi. Denn auch dort würden die Eltern die Tiere nicht mehr füttern. Ebenso wenig sollte man die Vögel in die Luft werfen. Sind sie verletzt, stürzen sie sofort wieder ab. Wer in Zürich einen Mauersegler am Boden findet, sollte daher umgehend eine Pflegestation kontaktieren.
Turmfalken und Igel leiden ebenfalls
Herausfordernd ist der Sommer auch für die Greifvogelstation Berg am Irchel. Nicht flugfähige Jungvögel verlassen die heissen Nester vorzeitig. «Besonders betroffen sind Turmfalken», schreibt Stationsleiterin Anita Zybach. Mitte Juli betreute sie mit ihrem Team über 20 verwaiste junge Turmfalken. Zudem erschwert die Trockenheit den Greifvögeln die Nahrungssuche. Denn Mäuse und andere Beutetiere ziehen sich tief in den kühleren Boden zurück.
Auch die Igel spüren die Trockenheit deutlich. «Igel leiden weniger unter den Temperaturen als vielmehr unter der Trockenheit», bestätigt Annekäthi Frei, Tierärztin beim Igelzentrum Zürich. Die wenig mobilen Tiere verbrauchen bei der Wassersuche viel Energie. Das kann ihnen stark zusetzen. Mitte Juli betreute das Igelzentrum 22 Tiere. Darunter waren überdurchschnittlich viele ältere Jungtiere, die mager und krank waren.
Laut Frei hängt das Wohlergehen der Igel stark vom Lebensraum ab. Einheimische Sträucher, Hecken, Totholz, Laubhaufen und Wasserquellen schaffen ein gutes Umfeld. Darin gedeihen auch Insekten als Hauptnahrung. Vögel wiederum können immerhin zur nächsten Wasserstelle fliegen. Da sie nicht schwitzen können, hecheln sie zur Abkühlung wie Hunde. Ähnlich betroffen von der Trockenheit sind die Zürcher Wälder. Denn abgestorbene Äste fangen dort rasch Feuer. Insbesondere den Baumarten Buche und Fichte setzt die Trockenheit zu und macht sie anfälliger für den Borkenkäfer.








