Die anhaltende Trockenheit sorgt für hohe Brandgefahr in Zürich. Ein Förster erklärt, wie kritisch die Lage vor dem 1. August ist und was jetzt hilft.

Hitze, zu wenig Regen und keine Entspannung in Sicht: Vielerorts im Kanton Zürich haben Gemeinden ein Feuer- und Feuerwerksverbot erlassen. Grund ist die grosse Waldbrandgefahr durch die anhaltende Trockenheit. Für Daniel Dahmen, Betriebsleiter des Forstbetriebs Altberg-Lägern in Regensdorf, ist das Verbot nachvollziehbar. Denn so lässt sich das Risiko von Flur- und Waldbränden vor dem 1. August einschränken.
Die vergangenen Wochen mit Hitze haben den Wald geschwächt. Warme Temperaturen und Sonnenschein fördern zwar das Pflanzenwachstum. Dies gilt aber nur, solange die Bäume genügend Wasser zur Kühlung haben. Verdunstet ein Baum aus Wassermangel zu viel Wasser, führt das zu vorzeitigem Laubfall und Grünastabbrüchen. Zudem sterben ganze Bäume ab. Besonders kritisch ist die Streuschicht am Boden. Denn die abgestorbenen Blätter, Nadeln und Äste sind derzeit sehr trocken und leicht entzündlich.
Warum die Brandgefahr in Zürich überall hoch ist
Nach Angaben von Dahmen gibt es derzeit keine besonders gefährdeten Einzelgebiete. Die Wahrscheinlichkeit für einen Waldbrand variiert zwar kleinräumig, je nach Exposition und Waldbestand. Dennoch sei das Risiko aktuell überall hoch. Zu kleineren Bränden musste der Forstbetrieb in diesem Jahr bisher nicht ausrücken. In Zürich sind Waldbrände zudem fast ausschliesslich menschgemacht. Ursachen sind etwa Lagerfeuer, das Rauchen im Wald oder Grillieren ausserhalb offizieller Feuerstellen.
Ein grösserer Waldbrand hätte für Tiere und Pflanzen tragische Folgen. Für die Natur selbst sei ein durch Blitzschlag ausgelöster Brand jedoch ein natürlicher Prozess. Dabei entsteht neuer Lebensraum für Pionierarten, und die Biodiversität kann steigen. Für die Forstwirtschaft bedeute ein Feuer hingegen einen Holz- und Wertverlust. Zudem entstehe ein gemeinwirtschaftlicher Schaden. Denn der Wald erfülle vorübergehend seine Funktion als Schutz- oder Erholungswald nicht mehr.
Beim Klimawandel sieht Dahmen einen klaren Trend. In den vergangenen Jahrzehnten hätten Hitze- und Trockenphasen bereits zugenommen. Zudem werde sich dieser Trend gemäss den meisten Modellen weiter verstärken. Folglich werde auch nördlich der Alpen ein Feuerverbot im Wald zur sommerlichen Normalität, wie bereits im Tessin. Entsprechend dürften die Waldbrände zunehmen.
Was jetzt gegen die Brandgefahr in Zürich hilft
Jede und jeder Einzelne kann laut Dahmen einen Waldbrand verhindern. Dazu gilt es, das geltende Feuerverbot einzuhalten und keine brennenden Streichhölzer oder Zigaretten wegzuwerfen. Die aktuelle Gefahrenlage zeigt zudem die Karte von waldbrandgefahr.ch. Die Kantone aktualisieren sie regelmässig. Bei einem Brand übernimmt die Feuerwehr die Leitung. Dabei haben sich die Zürcher Feuerwehren in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema befasst und ihre Mitglieder geschult.
Damit sich der Wald erholt, braucht es laut Dahmen Geduld: «Nötig sind ein anhaltender Dauerregen und tiefere Temperaturen.» Sein Appell an die Waldbesuchenden lautet: Aufmerksam und rücksichtsvoll bewegen. Weitere Verhaltensregeln hat die Stadt Zürich veröffentlicht.








