Bundesrat Albert Rösti hat am Donnerstag den Baustart für den Ausbau der Bahnstrecke Zürich-Winterthur gegeben. Das SBB-Grossprojekt MehrSpur soll die Kapazität zwischen den beiden Städten um rund 30 Prozent erhöhen.

Beim Spatenstich in Kloten standen am Donnerstagmorgen Bundesrat Albert Rösti, SBB-CEO Vincent Ducrot und der Zürcher Regierungsrat Martin Neukom (Grüne) gemeinsam vor dem Baustart. Das Projekt trägt den Namen MehrSpur Zürich-Winterthur. Zudem gehört es zu den grössten Vorhaben im Schweizer Bahnnetz.
«Mit dem heutigen Baustart beginnt die Realisierung eines wichtigen Projekts», wird Rösti in einer Mitteilung zitiert. Der Bund priorisiere neben dem Ausbau auch den Zimmerberg-Basistunnel II und den Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen. Regierungsrat Neukom nannte das Vorhaben derweil einen Bypass am ÖV-Herzen der Schweiz.
Was der Ausbau der Bahnstrecke Zürich-Winterthur bringt
Die Kapazität auf der Bahnstrecke Zürich-Winterthur steigt mit dem Ausbau um rund 30 Prozent. Kernstück ist der neun Kilometer lange Brüttenertunnel. Dieser besteht aus zwei je einspurigen Röhren. Die Fahrzeit von Zürich nach Winterthur verkürzt sich dadurch um bis zu acht Minuten. Zudem wird im Regionalverkehr der Viertelstundentakt möglich.
Ausgebaut werden die Bahnhöfe Wallisellen, Dietlikon, Bassersdorf und Winterthur Töss. Auch erste Vorarbeiten für den Brüttenertunnel starten jetzt. Der Tunnelbau bringt zudem 4,5 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial ans Tageslicht. Das entspricht dem 45-fachen Gewicht des Zürcher Grossmünsters. Das Erdreich gelangt schliesslich per Güterzug in Kiesgruben, die daraus Beton produzieren.
Ein Jahrzehnt Bauzeit im meistbefahrenen Korridor
SBB-CEO Vincent Ducrot sprach von einem Projekt der Superlative. Die SBB investieren pro Tag Bauzeit rund eine Million Franken. Gebaut wird während rund eines Jahrzehnts direkt in Gleisnähe. Der Korridor zählt dabei zu den meistbefahrenen des Schweizer Bahnnetzes. Deshalb muss auch nachts gearbeitet werden. «Wir setzen alles daran, die Auswirkungen zu minimieren», sagte Ducrot.
In Betrieb gehen soll der Mehrspurausbau mit dem Fahrplanwechsel 2037.
Für die Region ist der Ausbau von grosser Bedeutung. Denn die Bahnstrecke Zürich-Winterthur zählt zu den am stärksten belasteten des Landes.








