Am 7. Juni 2026 fand eine grosse Evakuierung in Zürich statt: 270 Menschen rund um die ETH mussten ihre Häuser verlassen. Grund war die Entsorgung einer Gasflasche mit hochgefährlichem Chlortrifluorid aus der früheren Gesteinsforschung. Die Evakuierung dauerte von 10 bis 16.30 Uhr.

Eine vergessene Gasflasche aus der Gesteinsforschung zwang ein ganzes Quartier in Zürich zur Evakuierung. Die ETH Zürich entsorgte eine Gasflasche mit der hochgefährlichen Chemikalie Chlortrifluorid. Diese lagerte jahrelang in einem zugangsbeschränkten Labor.
Das Evakuierungsgebiet erstreckte sich zwischen Leonhardstrasse, Tannenstrasse, Universitätsstrasse, Sonneggstrasse und Weinbergfussweg. Ausserdem richtete die Kantonspolizei eine Sperrzone rund um das ETH-Hauptgebäude ein. Dabei wurde auch der Tramverkehr zeitweise eingestellt.
Hochgefährliche Chemikalie aus Forschung
«Das Chlortrifluorid wurde in der Vergangenheit zur Analyse von Gesteinsproben eingesetzt», bestätigt die ETH Zürich auf Anfrage von SWI swissinfo.ch. Das entsprechende Labor existiert heute nicht mehr. Dennoch lagerte die Gasflasche weiterhin in den Räumlichkeiten der Hochschule.
Chlortrifluorid gilt als eine der gefährlichsten Chemikalien überhaupt. Die Substanz ist hochgiftig und kann sich bei Kontakt entzünden. Zudem reagiert sie heftig mit Wasser. Bei Temperaturen über 220°C zersetzt sich die Verbindung. Folglich übernimmt eine deutsche Spezialfirma den Transport und die fachgerechte Entsorgung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.
Umfassende Sicherheitsmassnahmen bei Evakuierung
Die Kantonspolizei Zürich koordinierte den Einsatz gemeinsam mit der Stadtpolizei und Schutz & Rettung. Das Forensische Institut Zürich unterstützte bei der Entsorgung. «Zusätzlich haben wir an sämtlichen Liegenschaften ein entsprechendes Informationsschreiben angebracht», erklärt ein Mediensprecher der Kantonspolizei.
Die Behörden betonen, dass keine akute Gefahr für die Bevölkerung bestand. Die Evakuierung erfolge rein vorsorglich. Als Entschädigung erhielten die evakuierten Anwohner Gratiseintritte für den Zoo Zürich sowie einen 50-Franken-Restaurant-Gutschein.
Ein Anwohner nimmt die Situation gelassen: «Ich gehe in mein Büro und arbeite halt mal am Sonntag.» Solche Grossevakuierungen sind in der Schweiz selten. Sie zeigen die Herausforderungen beim Umgang mit Altlasten aus der Forschung. Schliesslich prüft die ETH derzeit, ob weitere alte Chemikalien einer fachgerechten Entsorgung bedürfen.








